19. Juni 2018
Unser letzter Tag in Israel beginnt mit dem Frühstück,
dann räumen wir die Zimmer und verladen die Koffer in den Bus.
Pünktlich zur vereinbarten Zeit kann der Bus starten und
wir lassen das Hotel Paradise in Bethlehem, in dem wir vier schöne Tage
verbracht haben, zurück. Unser Weg führt uns nach Abu Gosh, einem der
Emmausorte. Dort besuchen wir als erstes die Auferstehungskirche aus der Zeit
der Kreuzzüge. Die Kirche wurde vermutlich über einer byzantinischen Kirche,
deren Reste im Untergeschoß der Kirche noch zu sehen sind, erbaut. In der Krypta
findet sich auch eine Quelle, die wohl zur Versorgung eines römischen Kastells
diente, das noch vor der byzantinischen Kirche auf der Stelle stand.
1141 übernahmen die Johanniter den Ort, die die Kirche
wie eine Festung ausbauten. Die Wände sind an manchen Stellen bis zu 2,80m
dick, an der stärksten Stelle an der Westwand sind es 3,70m. Die dreischiffige
Kirche hat eine wunderbar ruhige Atmosphäre, wie so oft sind wir die einzigen
Besucher und wir haben viel Zeit, die Stille aufzunehmen. Heute sind
Benediktiner für die Kirche und das Kloster, das sich in einem wunderschönen
Bau befindet, zuständig. Sie haben auf alle Fälle eine grünen Daumen, der
umliegende Garten ist einfach nur ein Traum.
Wir brechen auf und fahren den Berg hoch in die andere
Kirche des Ortes, Notre Dame Arche D’Alliance, das heißt „Unsere liebe Frau von
der Bundeslade“ Auch dies ist, so wie z.B. Stella Maris, ein Ehrenname Mariens.
Auch hier staunen wir über die wunderbare Gartenanlage. Für 11.00 Uhr haben wir
hier in dieser modernen Kirche mit sehr wenig Ausstattung unseren Abschlußgottesdienst
geplant. Hier gibt es auch eine Orgel und da wir passenderweise eine Organistin
mit dabei haben, genießen wir die musikalische Umrahmung unserer Messfeier.
Ganz modern haben wir im Vorfeld per Whatsapp die Lieder an unsere Mitfahrer
ausgeteilt, weil es uns erst in Israel eingefallen ist, ausschließlich
Osterlieder an diesem besonderen Ort zu singen. Aber es funktionierte prima,
bis auf die Tatsache, dass in einem Gottesdienst alle ihr Handy in der Hand
hatten, möchte ich ja nicht immer, aber für diesmal wars perfekt.
Die Josefsschwestern verwalten und behüten diesen Ort mit
einer tollen Aussicht und mit wunderschönen großen Palmen vor der Kirche. Hier
gibt es auch einen kleinen Klosterladen, wo wir unsere restlichen Schekel in
schöne Souvenirs investieren.
Dann ist es Zeit, aufzubrechen. Ein kleiner Stopp in
einem sehr skurrilen Restaurant, das einer Tankstelle angegliedert ist, sorgt
für das Mittagessen. Der Inhaber ist ein sehr großer Elvisfan. Das zeigt sich
gleich vor dem Restaurant in einer überlebensgroßen Statue des King und das ganze
Restaurant ist gepflastert mit Bildern und Plattenhüllen des amerikanischen
Superstars. Auf den Tassen, an den Tischen, auf den Tellern, an den Wänden –
überall Elvis. Kann man haben, muss man nicht! Aber es war ganz amüsant, es mal
zu sehen.
Aber eigentlich führt uns unser Weg nach Tel Aviv zum
Flughafen, wir müssen wieder drei Stunden vor Abflug da sein. Shibli bringt uns
zum Securityschalter, dann verabschieden wir uns und danken ihm, dass er uns
sein Heimatland so lebendig nahegebracht hat. Er ist mit seiner Familie nach
Chicago ausgewandert und kommt nur in der Saison nach Bethlehem, um als Touristenführer
zu arbeiten. Als Palästinenser sieht er für seine Kinder keine Zukunft und Perspektive
in Israel, deshalb die Auswanderung in die USA. Wir wünschen ihm und seiner
Familie alles Gute.
Wieder folgt ein ausführlicher Sicherheitscheck mit
eindringlichen Befragungen erst an mich und dann an alle Mitglieder der Gruppe.
Als alle durch sind und eingecheckt haben, warten wir in der Abflughalle auf das
Boarding für unseren Flug.
Der Flug ist ruhig und ohne Vorkommnisse und als wir in
München in unserer Halle F landen, finden wir ohne Probleme unseren Bus, der
uns nach Hause bringt. Lange noch werden wir von dieser wunderbaren Erfahrung
zehren und sicher werden wir uns immer wieder davon erzählen, wann immer wir
uns treffen.
Ich bin unendlich dankbar, dass nichts passiert ist. Wenn
man die Bandbreite dessen bedenkt, was hätte sein können, ist nur Dankbarkeit
in mir, dass alles so gut gelaufen ist.
Herr, noch bevor ich früh meine Augen öffne, weiß ich
mich geborgen bei dir.
Beim Aufstehen, spüre ich, du bist ganz da bei mir.
Mit jedem Atemzug, atme ich deinen Heiligen Geist.
So lass mich den heutigen Tag annehmen, aus deinen liebenden Händen.
Lass mich meinen Weg gehen, mit deinem Segen
Hilf du mir, dass dein Geist mich führt.
Denn deine Liebe ist es, aus der heraus ich sein kann und die mein Leben
gelingen lässt.
Deine Liebe ist es, die mich drängt dir zu folgen.
Und deine Liebe ist es, die mir diesen Tag kostbar werden läßt.
So segne du mich und alle Menschen, die ich im Herzen trage.
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiliges Geistes.
Amen.
(Bernadette Muckelbauer)
Seid behütet
Eure Karin








































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