Sonntag, 24. Juni 2018

Israel 2018 - Tag 7 - Emmaus



19. Juni 2018

Unser letzter Tag in Israel beginnt mit dem Frühstück, dann räumen wir die Zimmer und verladen die Koffer in den Bus.

Pünktlich zur vereinbarten Zeit kann der Bus starten und wir lassen das Hotel Paradise in Bethlehem, in dem wir vier schöne Tage verbracht haben, zurück. Unser Weg führt uns nach Abu Gosh, einem der Emmausorte. Dort besuchen wir als erstes die Auferstehungskirche aus der Zeit der Kreuzzüge. Die Kirche wurde vermutlich über einer byzantinischen Kirche, deren Reste im Untergeschoß der Kirche noch zu sehen sind, erbaut. In der Krypta findet sich auch eine Quelle, die wohl zur Versorgung eines römischen Kastells diente, das noch vor der byzantinischen Kirche auf der Stelle stand.

1141 übernahmen die Johanniter den Ort, die die Kirche wie eine Festung ausbauten. Die Wände sind an manchen Stellen bis zu 2,80m dick, an der stärksten Stelle an der Westwand sind es 3,70m. Die dreischiffige Kirche hat eine wunderbar ruhige Atmosphäre, wie so oft sind wir die einzigen Besucher und wir haben viel Zeit, die Stille aufzunehmen. Heute sind Benediktiner für die Kirche und das Kloster, das sich in einem wunderschönen Bau befindet, zuständig. Sie haben auf alle Fälle eine grünen Daumen, der umliegende Garten ist einfach nur ein Traum. 
























Wir brechen auf und fahren den Berg hoch in die andere Kirche des Ortes, Notre Dame Arche D’Alliance, das heißt „Unsere liebe Frau von der Bundeslade“ Auch dies ist, so wie z.B. Stella Maris, ein Ehrenname Mariens. Auch hier staunen wir über die wunderbare Gartenanlage. Für 11.00 Uhr haben wir hier in dieser modernen Kirche mit sehr wenig Ausstattung unseren Abschlußgottesdienst geplant. Hier gibt es auch eine Orgel und da wir passenderweise eine Organistin mit dabei haben, genießen wir die musikalische Umrahmung unserer Messfeier. Ganz modern haben wir im Vorfeld per Whatsapp die Lieder an unsere Mitfahrer ausgeteilt, weil es uns erst in Israel eingefallen ist, ausschließlich Osterlieder an diesem besonderen Ort zu singen. Aber es funktionierte prima, bis auf die Tatsache, dass in einem Gottesdienst alle ihr Handy in der Hand hatten, möchte ich ja nicht immer, aber für diesmal wars perfekt.

Die Josefsschwestern verwalten und behüten diesen Ort mit einer tollen Aussicht und mit wunderschönen großen Palmen vor der Kirche. Hier gibt es auch einen kleinen Klosterladen, wo wir unsere restlichen Schekel in schöne Souvenirs investieren. 

















Dann ist es Zeit, aufzubrechen. Ein kleiner Stopp in einem sehr skurrilen Restaurant, das einer Tankstelle angegliedert ist, sorgt für das Mittagessen. Der Inhaber ist ein sehr großer Elvisfan. Das zeigt sich gleich vor dem Restaurant in einer überlebensgroßen Statue des King und das ganze Restaurant ist gepflastert mit Bildern und Plattenhüllen des amerikanischen Superstars. Auf den Tassen, an den Tischen, auf den Tellern, an den Wänden – überall Elvis. Kann man haben, muss man nicht! Aber es war ganz amüsant, es mal zu sehen.



Aber eigentlich führt uns unser Weg nach Tel Aviv zum Flughafen, wir müssen wieder drei Stunden vor Abflug da sein. Shibli bringt uns zum Securityschalter, dann verabschieden wir uns und danken ihm, dass er uns sein Heimatland so lebendig nahegebracht hat. Er ist mit seiner Familie nach Chicago ausgewandert und kommt nur in der Saison nach Bethlehem, um als Touristenführer zu arbeiten. Als Palästinenser sieht er für seine Kinder keine Zukunft und Perspektive in Israel, deshalb die Auswanderung in die USA. Wir wünschen ihm und seiner Familie alles Gute.

Wieder folgt ein ausführlicher Sicherheitscheck mit eindringlichen Befragungen erst an mich und dann an alle Mitglieder der Gruppe. Als alle durch sind und eingecheckt haben, warten wir in der Abflughalle auf das Boarding für unseren Flug. 




Der Flug ist ruhig und ohne Vorkommnisse und als wir in München in unserer Halle F landen, finden wir ohne Probleme unseren Bus, der uns nach Hause bringt. Lange noch werden wir von dieser wunderbaren Erfahrung zehren und sicher werden wir uns immer wieder davon erzählen, wann immer wir uns treffen.

Ich bin unendlich dankbar, dass nichts passiert ist. Wenn man die Bandbreite dessen bedenkt, was hätte sein können, ist nur Dankbarkeit in mir, dass alles so gut gelaufen ist.


Herr, noch bevor ich früh meine Augen öffne, weiß ich mich geborgen bei dir.

Beim Aufstehen, spüre ich, du bist ganz da bei mir.



Mit jedem Atemzug, atme ich deinen Heiligen Geist.
So lass mich den heutigen Tag annehmen, aus deinen liebenden Händen.

Lass mich meinen Weg gehen, mit deinem Segen
Hilf du mir, dass dein Geist mich führt.

Denn deine Liebe ist es, aus der heraus ich sein kann und die mein Leben gelingen lässt.
Deine Liebe ist es, die mich drängt dir zu folgen.

Und deine Liebe ist es, die mir diesen Tag kostbar werden läßt.
So segne du mich und alle Menschen, die ich im Herzen trage.


Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiliges Geistes.
Amen.

(Bernadette Muckelbauer)



Seid behütet
Eure Karin 

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