Freitag, 15. Juni 2018

Israel 2018 - Tag 2 - Am See Genezareth

14. Juni 2018

Früh geht's heute los, schon um 8.00 Uhr fahren wir mit einem Nachbau eines historischen Bootes als der Zeit Jesu auf dem See Genezareth. 






Eine Stunde schippern wir auf dem See und mitten auf dem See stoppt der Kapitän die Maschinen und wir geniessen die Stille. Ein Gebet, ein Gedanke und das Lied "Grosser Gott wir loben dich" nehmen die Stimmung perfekt auf.



Wir steigen am anderen Seeufer aus, wo ein großes Museum die Entdeckung des ersten historischen Bootes dokumentiert. Der See hat zweierlei Wasser, oben Süßwasser und in der Tiefe Salzwasser. Als in einem Jahr einmal der See kippte, kam mit dem Salzwasser auch das lang verschollene  Boot aus der Zeit Jesu mit nach oben. Deshalb kann man nun Boote nachbauen, weil man dieses alte Boot gefunden hat. 




Wir fahren nach Tabgha, dem Ort der Brotvermehrung. Zuerst halten wir an einem wunderschönen Freialtar am See einen Gottesdienst. Danach spüren wir der Bibelstelle von der Vermehrung der fünf Brote und zwei Fische durch Jesus nach. Shibli, unser Führer, versteht es sehr gut, die historischen und biblischen Geschehnisse zu verbinden. Nach einer ausführlichen Erklärung vor der Kirche betreten wir sie und sehen den Stein, auf dem Jesus der Überlieferung nach das Wunder gewirkt hat. Davor ist das weltberühmte Mosaik mit den fünf Broten und zwei Fische. Es ist sehr klein, ich hatte es mir viel grösser vorgestellt. 






Auf dem Mosaik sind nur vier Brote abgebildet, das fünfte Brot ist Jesus selbst, 
den wir in der Eucharistie feiern und empfangen. 




Der nächste Halt ist die Primatskapelle, die Petruskirche direkt am See. Sie heisst auch "Kirche der Erscheinung des Auferstandenen". Hier ist Jesus den Jüngern, die sich die ganze Nacht vergeblich bemüht hatten, Fische zu fangen, begegnet. 

Er riet ihnen, es nochmal zu versuchen und als sie Erfolg hatten, erkannten sie ihn. Beim gemeinsamen Essen sagte Jesus dann dreimal zu Petrus: "Weide meine Schafe" dadurch trug er ihm die Sorge für seine Gemeinde auf. Shibli erzählte, dass vor allem Italiener diese Kirche besuchen wollen, weil dies als Ursprung des Papstwesens angesehen wird.







Bei 34°  geht es weiter nach Kafarnaum. Wir besichtigen die Ruinen der Synagoge, des Hauses des Petrus und die neue Kirche, die darüber gebaut wurde. Wieder betrachten wir die biblischen Aussagen zu diesem wichtigen Ort. Die neue Kirche ist ein achteckiger Bau. In der Mitte befindet sich ein Glasboden, sodass man auf die Ausgrabung des Hauses von Petrus hineinschauen kann. Evi und ich stimmen "Shalom Chaverim" an und viele unserer Mitfahrer stimmen mit ein. 









Jetzt ist Mittagessen dran und natürlich versuchen wir den Petrusfisch. Er sieht etwas martialisch aus, schmeckt aber recht gut.



Ein Highlight wartet am Nachmittag auf uns, der Berg und die Kirche der Seligpreisungen. Wir hören sie am historischen Ort mit besonders wachen Ohren. Die Kirche ist wunderbar. Das harmonisch achteckige Gotteshaus aus Basaltstein hat eine hohe Kuppel, in die auf Latein die Seligpreisungen geschrieben sind. Diese Kirche hat eine wunderbare Ruhe und Ausstrahlung.  Aussen herum ist ein zauberhafter Garten mit vielen schönen Ecken, ich kann mich kaum sattsehen. Der Ausblick über den See Genezareth ist spektakulär, gerade am Nachmittag nimmt der See eine besonders tiefblaue Färbung an. Gegenüber liegen die hart umkämpften Golanhöhen. Dadurch werden wir daran erinnert, dass wir nicht in einem unbeschwerten Land sind, sondern in einem absolutem Krisengebiet.















Wir fahren nach Tiberias zurück und lassen den Abend nach einem Tag voller Eindrücke ausklingen. 



Moderne Seligpreisungen




Selig, die über sich selbst lachen können,


es wird ihnen nie an vergnügter Unterhaltung fehlen.



Selig, die einen Berg von einem Maulwurfshügel zu unterscheiden wissen,

manche Scherereien werden ihnen erspart bleiben.


Selig, die imstande sind auszuruhen und auszuschlafen,

ohne dafür Entschuldigungen zu suchen,

sie werden Gelassenheit finden.

Selig, die zuhören und schweigen können,

sie werden viel Neues dazulernen.


Selig, die gescheit genug sind, um sich selber nicht allzu ernst zu nehmen,

sie werden von ihren Mitmenschen geschätzt werden.

Selig, die für den Anruf anderer aufmerksam sind, ohne sich jedoch für unentbehrlich zu halten,

sie werden Freude verbreiten.


Selig, die es verstehen, Kleines ernsthaft und Ernstes gelassen zu betrachten,

sie werden im Leben weit vorankommen.

Selig, die ein Lächeln zu schätzen wissen und ein Grinsen vergessen können,

auf ihrem Wege wird die Sonne scheinen.

Selig, denen es gelingt, fremdes Verhalten stets wohlwollend zu deuten,

auch wenn der Anschein dagegenspricht,

sie werden zwar für naiv gehalten werden, aber das ist der Preis für die Liebe.

Selig, die überlegen, bevor sie handeln, und beten, bevor sie überlegen,

sie werden viele Torheiten vermeiden.


Selig, die schweigen und lächeln können, auch wenn man ihnen das Wort abschneidet,

ihnen widerspricht oder auf die Zehen tritt,

denn das Evangelium fängt an, ihr Herz zu durchdringen.

Selig vor allem, die ihr den Herrn erkennen könnt in all jenen, die euch begegnen,

ihr werdet das wahre Licht und die echte Weisheit besitzen.

(Fraternität der Kleinen Schwestern von Jesus des Charles de Foucauld)



Seid behütet 
Eure Karin 

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