Montag, 25. Mai 2015

2010 starteten wir im April in Ulm und liefen von dort aus am ersten von vier Tagen nach Oberdischingen. In Oberdischingen gibt es die einzige Pilgerherberge, in der wir bisher auf unserem Weg übernachten konnten. Da wir ja immer 25-30 Personen sind, müssen wir im Vorfeld schon unsere Übernachtungen buchen und so können wir nicht in Pilgerherbergen übernachten, da die erstens nicht im vorhinein buchbar und zweitens meistens zu klein für uns sind. So haben wir es sehr genossen, in Oberdischingen im Cursillohaus Pilgerherbergsluft zu schnuppern. 


Der zweite Tag führte uns über so schöne Orte wie Rißtissen, Ober- und Untersulmetingen und Äpfingen nach Biberach. Der darauffolgende Tag war geprägt von der überwältigenden Wallfahrtskirche St. Peter und Paul in Steinkirchen. Nicht zu Unrecht trägt sie den Beinamen "schönste Dorfkirche der Welt". 
Am Abend kamen wir dann in Bad Waldsee an, wo wir auch übernachteten. Da wir 2010 unsere Jahresetappe auf zwei Teile aufgeteilt hatten, war nun schon wieder der letzte Tag unserer Pilgerreise gekommen. Auch hier lag mit der Basilika St. Martinus in Weingarten eine wunderbare Kirche auf unserem Weg, die wir gerne besuchten. Das Halbjahresziel Ravensburg war schnell erreicht und wir traten den Heimweg an. 

Im September machten wir uns dann nochmals 5 Tage lang auf den Weg. Von Ravensburg aus ging es nach Friedrichshafen durch die wunderbare Bodenseelandschaft. Dort sind wir dann mit der Fähre nach Romanshorn übergesetzt und betraten erstmals Schweizer Boden. In Wattwil bezogen wir Quartier. Von dort aus ging es über Rorschach auf dem Appenzeller Weg nach St. Gallen, wo wir uns die Zeit nahmen, diesen wunderbaren Ort zu entdecken. In den folgenden Tagen sind wir dann durch die wunderschöne Landschaft über St. Peterzell, Neuhaus, Eschenbach, Rapperswil, Schmerikon bis zu unserem Jahresziel Maria Einsiedeln gelaufen. Besonders eindrücklich war der Steg, über den wir in Rapperswil auf die andere Seite des Sees gelaufen sind. Dieser Steg erspart seit 2001 dem Pilger das mühsame Wandern über den stark befahrenen Seedamm von Rapperswil. Seit der Zeit kann man auch wieder das Heilighüsli, eine Brückenkapelle von 1551 besuchen.



In Einsiedeln glücklich angekommen, stellten wir fest, das gerade Viehscheid war. Das hieß im Klartext über 1000 Kühe und wir 30 fränkische Pilger mittendrin. Wir zogen in die Wallfahrtskirche in Maria Einsiedeln ein und sangen dankbar das "Großer Gott, wir loben dich" und viele von uns weinten vor Freude und Dankbarkeit, gut an unserem Jahresziel angekommen zu sein.




Wenn du wirklich geh’n willst, geh!
Träum’ nicht nur davon, wie der Weg dich lockt.
Sprich nicht nur davon, daß du eines Tages gehst.
Plane nicht nur, wie du dir dann den Rucksack packst.

Schließ' auch das Buch mit den Pilgerberichten der Anderen.
Füll' deine Wasserflasche bis an den Rand.
Pack’ deinen Rucksack nur mit dem Nötigsten.

Schnür’ deine Wanderschuh’ sie sollen dich tragen.
Greif' nach dem Pilgerstab für alle Höhen und Tiefen.
Nimm den Pilgersegen mit, er bahnt dir den Weg.

Und dann beginne endlich, beginne mit dem ersten Schritt.
Heute ist der Tag. Morgen ist es vielleicht zu spät.
Wenn du wirklich geh’n willst, geh!
Seid behütet
Eure Karin

1 Kommentar:

  1. Liebe Lieblingsfreundin, ich freue mich sooooo sehr, dass ich Eure Pilgerreise dank Deines Blog ein wenig "virtuell live" miterleben kann. Ich bewundere Euch, wie Ihr Jahr für Jahr Eure Wanderstiefel schnürt und geduldig diese vielen Kilometer Eurem Ziel entgegenlauft. Und sich ein jeder von Euch diese Zeit reserviert und sich selbst schenkt. Ich werde Eure Pilgerreise u.a. diesmal über die Pyrenäen als größter Fan verfolgen. Herzliche Grüße Heike

    AntwortenLöschen