Wie schon so oft auf unserer langen Pilgerreise ist auch dieses Haus Gottes etwas ganz besonderes. So viele Kirchen haben wir schon besucht, viele von ihnen haben mich nachdrücklich beeindruckt.
Ein Glasfenster, das erst 2014 erstellt wurde, zeigt die beiden heiliggesprochenen Päpste Johannes XXIII und Papst Johannes Paul der Zweite.
In der Sakramentenkapelle halten wir unseren Morgenimpuls und gedenken ganz besonders einer uns gut bekannten Frau aus Langensendelbach, die heute Morgen verstorben ist. Wir empfehlen sie Gottes Liebe an und bitten um Trost und Kraft für ihre Familie.
"Von guten Mächten" singen wir gemeinsam und denken dabei an die trauernde Familie.
Dann machen wir uns wieder auf den Weg und werfen noch einen Blick zurück auf die schöne Fassade der Kirche.
Eine kleine Kapelle mit Namen "Ecco Homo" liegt auf unserem Weg. Ein eifriger Mann stempelt unsere Pilgerpässe. Überhaupt sind die Menschen hier sehr freundlich und hilfsbereit.
Heute erwartet uns ein schöner Weg. Heideland und Wälder von immergrünen Eichen wechseln einander ab. Bis nach Santa Catalina de Somoza müssen wir gehen, bevor wir eine Pause machen können.
In El Ganso gibt es eine Kirche, die dem heiligen Jakobus geweiht ist. In meinem Pilgerführer steht, dass sich darin ein Taufbecken aus dem Mittelalter befindet. Natürlich ist sie aber verschlossen, so dass wir nicht hinein können. 1142 gab es hier ein Hospiz und ein Kloster. Der ganze Ort ist für die Pilger eingerichtet. Es gibt zwei sehr originelle Cafés.
Die Häuser im Ort sind noch auf traditionelle Weise mit Lehm gebaut und mit Stroh gedeckt. Mitten im Ort treffen wir ein Pferd, das sich jedoch von uns nicht stören lässt.
Dann laufen wir an der bereits oben erwähnten Jakobskirche vorbei. Schade, wir wären gerne hineingegangen.
So nehmen wir den letzten Abschnitt unserer heutigen Tour in Angriff. Über weite Felder führt uns der Weg stetig bergauf.
Wir erreichen Rabanal, unser Tagesziel. Der Ort existierte schon vor dem zwölften Jahrhundert. Ein uralter Pilgerführer zählt Namen von Orten auf, die um 1120 bereits Teil des Jakobsweges waren. Die Templer gründeten in Rabanal eine Niederlassung. Lange war wenig Leben in Rabanal. Erst die Wiederbelebung des Jakobsweges brachte neue Impulse und eine englische Jakobsbruderschaft, die sich des Ortes angenommen hat.
Außerdem gehören die beiden Kirchen San José und Santa Maria, einst eine Kirche der Templer aus den zwölften Jahrhundert, zum Kloster der Missionsbenediktiner von Sankt Ottilien aus Bayern. Zwei Mönche leben hier und kümmern sich um die Pilger. Pater Pius kommt aus Bayern, war lange Jahre in Kenia als Missionar und ist nun hier in Spanien zusammen mit seinem Bruder für St. Ottilien tätig.
Nach der Vesper kehren wir in die Herberge zurück, um zu Abend zu essen. Anschließend ist es Zeit zum Nachtgebet. Der Pilgersegen beschließt unseren Tag.
In meinem Dachzimmerchen gehe ich zu Bett. Ich sehe in dem schrägen Fenster oberhalb meines Bettes einen sagenhaften Sternenhimmel. Wie passend für jemanden, der zum Sternenfeld unterwegs ist.
Gott sei vor dir,
um dir den Weg
der Befreiung zu zeigen.
Gott sei hinter dir,
um dir den Rücken zu stärken
für den aufrechten Gang.
Gott sei neben dir,
eine gute Freundin der Befreiung zu zeigen.
Gott sei hinter dir,
um dir den Rücken zu stärken
für den aufrechten Gang.
und ein guter Freund
an deiner Seite.
Gott sei um dich wie ein schönes Tuch
und eine wärmende Alpakadecke,
wenn Kälte dich blass macht
und Lieblosigkeit dich frieren lässt.
Gott sei in dir und weite Dein Herz,
zu lieben
und für das Leben zu kämpfen.
(aus Irland)
Seid behütet
Eure Karin

















































Buen Camino Karin,
AntwortenLöschenDanke für deine Eindrücke
LG
hajo