Freitag, 29. April 2016

29.04.2016

Heute lassen wir uns ein wenig mehr Zeit in der Frühe, da wir unbedingt die Kathedrale von Astorga besuchen möchten. Diese wird jedoch erst um 9:00 Uhr geöffnet. Punkt 9:00 Uhr stehen wir also vor den Pforten des imposanten Gotteshauses.

Wie schon so oft auf unserer langen Pilgerreise ist auch dieses Haus Gottes etwas ganz besonderes. So viele Kirchen haben wir schon besucht, viele von ihnen haben mich nachdrücklich beeindruckt.






Es müssen nicht immer Kathedralen sein, die mich  besonders tief berühren. Auch manche einfache Dorfkirche hat mir schon viel Ruhe und Kraft geschenkt.



Natürlich darf auch in dieser Kirche unser Pilgerpatron Jakobus nicht fehlen.

Ein Glasfenster, das erst 2014 erstellt wurde, zeigt die beiden heiliggesprochenen Päpste Johannes XXIII und Papst Johannes Paul der Zweite.




In der Sakramentenkapelle halten wir unseren Morgenimpuls und gedenken ganz besonders einer uns gut bekannten Frau aus Langensendelbach, die heute Morgen verstorben ist. Wir empfehlen sie Gottes Liebe an und bitten um Trost und Kraft für ihre Familie. 

"Von guten Mächten" singen wir gemeinsam und denken dabei an die trauernde Familie. 

Dann machen wir uns wieder auf den Weg und werfen noch einen Blick zurück auf die schöne Fassade der Kirche.


Nach Rabanal del Camino führt uns heute unser Weg. Den ganzen Tag steigt der Weg stetig an. Ich bin kein Freund von großen Anstiegen, aber dieser Tag heute lässt sich moderat an.




Es zieht sich eine Weile hin, bis wir die Vorstädte von Astorga hinter uns lassen.




Eine kleine Kapelle mit Namen "Ecco Homo" liegt auf unserem Weg. Ein eifriger Mann stempelt unsere Pilgerpässe. Überhaupt sind die Menschen hier sehr freundlich und hilfsbereit.



Heute erwartet uns ein schöner Weg. Heideland und Wälder von immergrünen Eichen wechseln einander ab. Bis nach Santa Catalina de Somoza müssen wir gehen, bevor wir eine Pause machen können.










Hier leben circa 40 Einwohner. Diese aber sind recht geschäftstüchtig. Viele Cafes säumen den Weg. 




Wir suchen uns eines der Cafes aus und lassen uns nieder. 




Weiter geht es auf dem Camino. 





In El Ganso gibt es eine Kirche, die dem heiligen Jakobus geweiht ist. In meinem Pilgerführer steht, dass sich darin ein Taufbecken aus dem Mittelalter befindet. Natürlich ist sie aber verschlossen, so dass wir nicht hinein können. 1142 gab es hier ein Hospiz und ein Kloster. Der ganze Ort ist für die Pilger eingerichtet. Es gibt zwei sehr originelle Cafés.





Die Häuser im Ort sind noch auf traditionelle Weise mit Lehm gebaut und mit Stroh gedeckt. Mitten im Ort treffen wir ein Pferd, das sich jedoch von uns nicht stören lässt.



Hier lässt es sich gut pausieren.



Dann laufen wir an der bereits oben erwähnten Jakobskirche vorbei. Schade, wir wären gerne hineingegangen.



So nehmen wir den letzten Abschnitt unserer heutigen Tour in Angriff. Über weite Felder führt uns der Weg stetig bergauf. 






Wir erreichen Rabanal, unser Tagesziel. Der Ort existierte schon vor dem zwölften Jahrhundert. Ein uralter Pilgerführer zählt Namen von Orten auf, die um 1120 bereits Teil des Jakobsweges waren. Die Templer gründeten in Rabanal eine Niederlassung. Lange war wenig Leben in Rabanal. Erst die Wiederbelebung des Jakobsweges brachte neue Impulse und eine englische Jakobsbruderschaft, die sich des Ortes angenommen hat. 

Außerdem gehören die beiden Kirchen San José und Santa Maria, einst eine Kirche der Templer aus den zwölften Jahrhundert, zum Kloster der Missionsbenediktiner von Sankt Ottilien aus Bayern. Zwei Mönche leben hier und kümmern sich um die Pilger. Pater Pius kommt aus Bayern, war lange Jahre in Kenia als Missionar und ist nun hier in Spanien zusammen mit seinem Bruder für St. Ottilien tätig.










Unsere Herberge befindet sich direkt neben der Kirche Santa Maria. Wir erfahren, dass um 19:00 Uhr die Vesper in der Kirche gebetet wird. Um 21:30 Uhr schließt sich dann das Nachtgebet an, im Anschluss daran wird der Pilgersegen gespendet.




Um 19 Uhr sitzen wir also, wie unzählige Pilger vor uns, in der uralten Kirche.







Nach der Vesper kehren wir in die Herberge zurück, um zu Abend zu essen. Anschließend ist es Zeit zum Nachtgebet. Der Pilgersegen beschließt unseren Tag.

In meinem Dachzimmerchen gehe ich zu Bett. Ich sehe in dem schrägen Fenster oberhalb meines Bettes einen sagenhaften Sternenhimmel. Wie passend für jemanden, der zum Sternenfeld unterwegs ist.


 Ein Kreuz für S.
Gott sei vor dir, um dir den Weg
der Befreiung zu zeigen.
Gott sei hinter dir,
um dir den Rücken zu stärken
für den aufrechten Gang.
Gott sei neben dir, eine gute Freundin
und ein guter Freund
an deiner Seite. 

 

Gott sei um dich wie ein schönes Tuch
und eine wärmende Alpakadecke,
wenn Kälte dich blass macht
und Lieblosigkeit dich frieren lässt.


 
Gott sei in dir und weite Dein Herz,
zu lieben
und für das Leben zu kämpfen.

(aus Irland)



Seid behütet
Eure Karin



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