Vor allem die Kathedrale und San Isidro stehen heute auf unserem Programm. Wir schlendern gemütlich durch die Stadt und sehen uns die schönen Gebäude und die Altstadt an.
Dieses monumentale Haus, das heute einer Bank gehört, hat der berühmte spanische Architekt Antonio Gaudi gebaut. Er selbst sitzt gegenüber auf einer Bank und sieht sich sein Werk an.
Weiter geht es durch die Stadt bis zum ersten Höhepunkt, der gotischen Kathedrale. Ähnlich wie in Burgos erwartet uns eine überwältigende Architektur. Auch hier ist die erste Station das reich verzierte Eingangsportal mit der Darstellung des jüngsten Gerichtes.
Dieses monumentale Haus, das heute einer Bank gehört, hat der berühmte spanische Architekt Antonio Gaudi gebaut. Er selbst sitzt gegenüber auf einer Bank und sieht sich sein Werk an.
Eine solche Fülle von Eindrücken ist nur schwer zu verarbeiten, ich weiß gar nicht genau, wo ich zuerst hinsehen soll. Elena weißt uns auf eine Besonderheit, eine historische Gerichtssäule hin. An dieser Stelle konnte damals jedermann seine Sorgen und Nöte anbringen und sie mussten gehört werden. Gar nicht so selbstverständlich für diese Zeit.
Dann gehen wir in das Innere des Gotteshauses. An jedem Tag ist hier in einer eigenen Kapelle Gottesdienst, an Sonn- und Feiertagen in der Kathedrale. Sie ist besonders berühmt für ihre herrlichen Glasfenster. 1203 wurde mit dem Bau begonnen. Sie gilt als ein Wunder der gotischen Baukunst. 125 Fenster und 57 Rundöffnungen, also insgesamt 1800 m² bemalte Glasfläche findet man in ihr. Sie ist somit eine der lichtesten gotischen Kathedralen. 70 % der Glasfenster wurden in den letzten Jahren für sehr viel Geld gereinigt. Der Unterschied zu den noch nicht geputzten Fenstern ist enorm. Ich bin tief beeindruckt und von der Leistung der Menschen, die diese Architektur in dieser Zeit, in der sie gebaut wurde, gemeistert haben.
Die Glasscheibe in der Abtrennung des Chorgestühls hat eine ganz raffinierte Bedeutung. In ihr spiegelt sich die große Rosette in der Hauptfassade der Kathedrale. Eine ganz geniale Idee!
Meisterhafte Schnitzkunst erwartet uns und darüber eine Orgel, die erst vor zwei Jahren für Millionen von Euro eingebaut wurde.
Es findet sich auch eine Besonderheit, die Darstellung der schwangeren Maria. Diese Darstellung ist recht selten, normalerweise wird Maria mit Gabriel und dann Maria mit dem Kind dargestellt. Ich finde diese Darstellung von Maria, die das Jesuskind in sich trägt, ganz wunderbar. Ihre Züge sind ganz verklärt und sie hält schützend ihre Hand auf ihren Bauch.
Weiter geht es gleich zum nächsten Bauwerk, das man unbedingt in Leon besuchen sollte. Die Kirche San Isidro, im romanischen Stil erbaut.
Wir sehen das Büßerportal. Wer früher auf dem Weg nach Santiago ernsthaft erkrankte, konnte durch dieses Portal durchgehen und erlangte so den vollkommenen Ablass der Sünden. Er konnte dann auf dem Friedhof in Leon begraben werden. Für uns heute etwas befremdlich, für die Menschen damals sicher sehr wichtig.
Die Kirche wurde im elften Jahrhundert errichtet, um die Reliquien des Heiligen Isidor von Sevilla aufzunehmen. Er war Bischof, Theologe und Musiker. Auf dem Hauptportal wird er als Maurentöter, ähnlich wie Jakobus an anderen Kirchen, z.B in Logrono, das wir im letzten Jahr durchwandert haben, dargestellt.
Das eigentlich Sehenswerte in dieser Kirche sind romanische Fresken im Gewölbe, die in ihrer Farbenfrische gerade eben gemalt zu sein scheinen. Szenen aus der Bibel sind dargestellt. Es herrscht striktes Fotografierverbot, um die empfindlichen Farben zu schützen. Es ist erstaunlich, wie gut diese Fresken erhalten sind. Elena versteht es gut, uns auf die wesentlichen Dinge hinzuweisen.
Eines muss man den Spaniern lassen, sie ziehen ihren Stil wirklich durch. Sogar an der Tür zur Besuchertoilette finden sich nicht nur einfache Schilder für Mann und Frau.
Eines muss man den Spaniern lassen, sie ziehen ihren Stil wirklich durch. Sogar an der Tür zur Besuchertoilette finden sich nicht nur einfache Schilder für Mann und Frau.
Nach einem Bummel durch eine große Markthalle mit örtlichen Spezialitäten, wobei wir besonders den heimischen Ochsenschinken versuchen dürfen, kehren wir zum Hotel zurück.
Wir verabschieden uns von Elena, die ihre Sache ganz wunderbar gemacht hat. Wir nehmen uns noch kurz Zeit für eine Tasse Kaffee, bevor wie uns wieder auf den Weg machen. Der Weg führt aus Leon hinaus und so verlassen wir diese wunderschöne Stadt in Richtung Meseta.
Die Gegend, in dir wir jetzt kommen, wird El Paramo genannt. Paramo, das heißt kalte, öde Gegend.
Heute gibt es wieder zwei Alternativen. Einmal der Camino Real direkt an der Straße entlang und eine etwas schönere Variante, abseits der Hauptstraßen. Da wir jedoch nur eine halbe Etappe machen können, da es jetzt schon Mittag ist, müssen wir das Pilgerlaufband nehmen. Denn auf der Hälfte der Strecke liegt unser heutiges Tagesziel Villadangos del Paramo, wo für uns eine Herberge gebucht ist. Und die alternative Strecke kommt in diesem Ort nicht vorbei.
Unser Weg führt uns an der Kirche La Virgen del Camino vorbei. Sie ist geöffnet und wir beginnen unseren Pilgertag mit einem Impuls in diese modernen Kirche.
Auf der Fassade ist das Pfingstereignis in sehr moderner Form dargestellt. In unserem Pilgerführer lesen wir, dass diese Darstellung zu großen Diskussionen in der Stadt geführt hat.
Ich würde die Architektur dieser Kirche als kühn beschreiben, 1961 wurde sie gebaut nach einem Plan des portugiesischen Dominikanerpaters Francisco Coello.
Diese Kirche, oder besser gesagt die Vorgängerkirche, ist schon seit dem 16. Jahrhundert Ziel einer beliebten Wallfahrt. 1505 erschien die Jungfrau Maria an diesem Platz dem Hirten Alvar Simon und gab ihm den Auftrag, hier eine Kapelle zu bauen. Er verlangte von ihr einen Beweis ihrer Echtheit. Sie nahm seine Steinschleuder und schoss einen Stein ab, der 600 Fuß weiter als ein großer Felsen aufkam. 1513 wurde schließlich die Kapelle errichtet. Viele Wunder ereigneten sich in der Folge, was eine große Wallfahrtstätigkeit auslöste. Das Wallfahrtsbild, eine geschnitzte Pieta, stammt noch aus dieser Zeit und hat in der neuen Kirche einen Platz im Hochaltar gefunden.
Dann starten wir auf unseren heutigen Weg mit circa 15 km. Recht wenig für einen Pilgertag, aber der langen Stadtführung am Morgen geschuldet. Es wird ein furchtbares Laufen werden. Die Autos und LKWs donnern an uns vorbei. Der Weg führt eine ganze Weile an einer viel befahrenen Straße entlang. Wir sind immer dann froh, wenn wir für eine kurze Weile dem Getöse und dem Lärm entkommen können. Leider sind diese Abschnitte sehr sehr selten. Was mich auch schockiert, ist die Masse an Abfällen, die rechts und links des Weges liegt. Leider werden es wohl die Hinterlassenschaften von Pilgern sein.
Dann starten wir auf unseren heutigen Weg mit circa 15 km. Recht wenig für einen Pilgertag, aber der langen Stadtführung am Morgen geschuldet. Es wird ein furchtbares Laufen werden. Die Autos und LKWs donnern an uns vorbei. Der Weg führt eine ganze Weile an einer viel befahrenen Straße entlang. Wir sind immer dann froh, wenn wir für eine kurze Weile dem Getöse und dem Lärm entkommen können. Leider sind diese Abschnitte sehr sehr selten. Was mich auch schockiert, ist die Masse an Abfällen, die rechts und links des Weges liegt. Leider werden es wohl die Hinterlassenschaften von Pilgern sein.
In Valverde de la Virgen ziehen wir uns für eine kurze Zeit aus dem Lärm und dem Gestank zurück, eine kleine, feine Pilgerstation bietet uns einen Rückzugsort. Dann machen wir uns wieder auf den Weg über San Miguel del Camino zu unserem heutigen Tagesziel.
Villadangos del Paramo ist ein Straßendorf, durch das unentwegt Autos und LKWs donnern. Unser Hostel ist schnell gefunden und zu unserer Freude entpuppt es sich als sehr gastfreundliches Haus. Es ist merkwürdig, aber die 15 km Asphalt heute haben mich fast mehr geschafft als die 28 km gestern. Morgen stehen noch einmal zu Beginn des Tages 11 km auf diese Landstraße an, bevor der Weg wieder schöner wird. Nach dem Abendessen ziehen wir uns alle ziemlich schnell zurück, denn morgen warten wieder 28 km auf uns, die gelaufen werden wollen.
Für dich ...
... soll immer jede Menge los sein:
Der Himmel soll wolkenlos sein,
dein Herz sorglos,
dein Glück wunschlos,
dein Schutzengel arbeitslos,
dein Gemüt schwerelos,
die Liebe zweifellos,
deine Arbeit mühelos,
die guten Zeiten endlos.
(Jochen Mariss)
... soll immer jede Menge los sein:
Der Himmel soll wolkenlos sein,
dein Herz sorglos,
dein Glück wunschlos,
dein Schutzengel arbeitslos,
dein Gemüt schwerelos,
die Liebe zweifellos,
deine Arbeit mühelos,
die guten Zeiten endlos.
(Jochen Mariss)
Seid behütet
Eure Karin




















































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