Der heutige Tag beginnt mit dem Morgenimpuls vor der Pilgerkapelle Santiago, die leider geschlossen ist. Wir machen uns auf den Weg durch das Tal der Dornen, so lautet die Übersetzung von Roncesvalles. Stechpalmen säumen dem schönen Weg, den wir in Richtung Zubiri einschlagen.
Die Brücken über die zahlreichen Bäche könnten von Obelix persönlich sein:
Der Weg führt auf und ab, steile Anstiege wechseln mit staubigen Abstiegen. Schnell erreichen wir Espinals, die Kirche im Ort ist modern mit einem uralten Turm.
Dort holen wir uns unseren Pilgerstempel, bevor der Weg wieder steil nach oben
führt. Anstrengend, weil mittlerweile die Sonne schon ziemlich heiss vom Himmel brennt. Wir sind dankbar um jedes Stückchen Wald, das wir durchqueren, um nicht dauernd der Sonne ausgesetzt zu sein.
Wir kommen an einer langen Hecke vorbei, in die Hunderte von Kreuzen, manche versehen mit Sterbebildchen, eingeflochten sind. Auch ich denke natürlich an Flori, an Oma Frieda und an alle, die schon gegangen sind, aber noch einen festen Platz in meinem Herzen haben. Ich war nicht darauf vorbereitet, so dass ich kein Kreuz einflechten konnte, aber das war nicht so schlimm.
Noch ein Abstieg, dann nahmen wir uns die Zeit für einen Café con Letche und genossen die Pause. Mein Regenschirm tut auch als Sonnenschirm gute Dienste.
Der Abstieg nach Zubiri wird in den Führern als heftig beschrieben, ausserdem hält er mittendrin noch einen gar nicht so kleinen Aufstieg bereit, der in keiner Karte zu finden ist.
So waren wir froh, als wir endlich Zubiri erreicht haben. Lt. meinem Kilometerzähler waren es heute 28 km, die wir, mit Pausen, in 7 Stunden gegangen sind. Also ich bin begeistert von meinem Füssen, wie die mich hier durch die Gegend tragen.
In Zubiri kehren wir noch ein und beschließen unseren Pilgertag vor der leider verschlossenen Kirche mit unserem Abendimpuls. 23 fränkische Kehlen singen das "Leise sinkt der Abend nieder", da hams gschaut, die Spanier!
"Ich wünsche dir einen Engel, der dich begleitet auf deinem Weg,
Tag und Nacht, heute und morgen, allezeit und überall.
Möge er dafür sorgen, dass dich die Sonne wärmt,
ohne dich zu verbrennen,
dass der Regen dich erfrischt, ohne dich zu durchnässen
und dass der Wind deine Sorgen davonträgt,
ohne dich mit zu reissen."
(Barbara Stelzer)
Seid behütet
Eure Karin










Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
AntwortenLöschenAm besten gefallen mir die "fränkischen Einflechtungen" und natürlich die Kraft der Gruppe, diese Aufs und Abs zu meistern.....!!! Weiterhin gutes Durchhaltevermögen!!!!
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