Freitag, 5. Juni 2015

4.6.15


Was sich gestern abend schon abgezeichnet hatte, wurde heute morgen leider Gewissheit, meine Füsse, die gefühlt auf Schuhgrösse 56 angeschwollen sind, brauchen dringend eine Pause. 
Etliche Blasen machen auf gut fränkisch "das Kraut fett". Es geht halt einfach net und wenn ich es heute erzwinge, geht's vielleicht ab morgen gar nicht mehr. Ich bin nicht alleine, eine Pilgerschwester pausiert auch, das macht es einfacher.

Am Morgen zwäng ich mich in meine Wanderschuhe und geh mit meiner Gruppe zur ehemaligen Templerkirche Iglesia del Crucifijo, also der Kruzifixkirche in Puente la Reina und bete mit ihnen dort den Morgenimpuls und bitte um Begleitung auf ihren Weg. 

Dann brechen sie auf und ich gehe mit Evi in die Kirche hinein. Ein Y-förmiges Kruzifix in der Kirche soll eine Schenkung deutscher Pilger sein.
Wir verweilen ein bisschen und humpeln dann zu unserer Herberge zurück. Wir erkundigen  uns nach der nächsten Arztpraxis und nach dem Bus nach Estella. 

Auf dem Weg kommen wir an der Pilgerkirche Santiago vorbei und schauen hinein. Gerade  wird der Fronleichnamsgottesdienst gefeiert, deshalb wollte ich nicht innen fotografieren. 

Weiter gehts durch verwinkelte Strässchen bis zur berühmten Brücke, die dem Ort seinen Namen gibt, die Puente la Reina, die Brücke der Königin, in diesem Fall der Dona Mayor, der Frau von Sancho Garces III.


Der Besuch in der Arztpraxis ist wenig ergiebig, denn die Dame am Empfang spricht nur spanisch und ist recht genervt von uns. Also verlassen wir unverrichteter Dinge die ungastliche Praxis und suchen die Bushaltestelle nach Estella. Einige sehr nette Spanier helfen uns und so finden wir den Bus. 
Wir fahren mit ihm in die alte Königsstadt Estella, suchen unser Hotel und schlappen dahin. Endlich angekommen werde ich von Evi fachfraulichst bestens versorgt und liege erstmal flach, bis die anderen, die bei glühender Hitze gelaufen sind, ganz kaputt ankommen. Dementsprechend fallen wir alle nach dem Abendessen ins Bett. 
Im gleichen Hotel wohnen meine amerikanischen Mitpilger von gestern, wir unterhalten uns lange und verabreden, am nächsten Morgen gemeinsam loszulaufen und den Morgenimpuls deutsch/amerikanisch zu gestalten. 

"Was ich dir wünsche:
Das Grün der Wiesen erfreue deine Augen und das Blau des Himmels überstrahle deinen Kummer.
Die Sanftheit der kommenden Nacht mache alle dunklen Gedanken unsichtbar und stärke dich." 
Irischer Segenswunsch 

Seid behütet 
Eure Karin 

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