Über einen Weg, der von Pappeln gesäumt wird, geht es hinaus in die weite Landschaft.
In der Ferne erkennen wir schon eine Reihe von Windrädern, vorher führt unser Weg bergauf an einem verfallenen Weiler namens Guendulain vorbei. Wir steigen weiter auf und erreichen Zaraquiegui.
In der Kirche halte ich kurz inne, schöne Musik vom Band untermalt meine Einkehr.
Im kleinen Laden im Ort holen wir uns bei der überaus freundlichen Spanierin einen Café con letche.
Beim Aufstieg komme ich mit zwei Pilgern aus den USA ins Gespräch. Aaron und Rebecca, Vater und Tochter, kommen aus der Nähe von Washington DC. Sie sind in St. Jean Pied de Port gestartet und wollen in 50 Tagen in Santiago sein. Er ist Pastor und macht mit seiner Frau Judith, die ebenfalls Pastorin ist und der zweiten Tochter Martha ein Sabbatical. Rebecca und er gehen schneller als seine Frau und Martha. Jeden Abend treffen sie wieder in der Herberge zusammen. Ich wundere mich, wie gut ich mich mit den beiden in Englisch unterhalten kann und wie schnell wir oben sind.
Wir verabschieden uns und ich gehe zu meiner Gruppe und wir vespern, als dann alle da sind. Der Einfall eines großen Mückenschwarms lässt uns fluchtartig das Plateau verlassen.
Über einen extrem steilen und steinigen Weg geht es bergab. Die Sonne brennt und es gibt kein bisschen Schatten auf dem Weg. Uterga wird erreicht und wir haben Gelegenheit, am Dorfbrunnen unsere Wasserflaschen aufzufüllen.
Erfrischt wandern wir weiter und finden im nächsten Ort Muruzabal ein kleines Cafe, wo wir einkehren und eine Pause machen. Weiter geht es nach Obanos, wo wir im Schatten der leider verschlossenen Kirche unseren Abendimpuls halten.
Nun ist es nicht mehr weit bis nach Puente la Reina, unserem Etappenziel. Ein grosser Pilger begrüsst uns am Ortseingang.
Mich amüsieren sein grossen Füsse.
In unserem Quartier lassen wir den Tag ausklingen. Meinen Füssen ist dieser Tag leider nicht gut bekommen, sie sind geschwollen und besonders der linke Fuss schmerzt gewaltig. Mal sehen, wie es morgen früh ist. Mein Pilgerpass füllt sich langsam:
"Um deine Wurzeln zu finden, blicke rückwärts,
um deine Kraftquelle zu sehen, blicke aufwärts,
um dein Glück zu finden, blicke vorwärts."
Seid behütet
Eure Karin
















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