Sonntag, 7. Juni 2015

7.6.15

Sonntag morgen in Logrono. Leider haben sich noch zwei weitere Blasen zu all den anderen gesellt. Trotzdem will ich es probieren zu laufen. 
Unsere amerikanischen Freunde machen heute einen Tag Pause, so dass wir uns gestern abend zum gemeinsamen Morgenimpuls und Abschied verabredet haben.
Die Füsse habe ich extrem verpflastert und so mache ich mich mit dem anderen auf den Weg zu unserem Treffpunkt. Aber oje, es geht fast garnicht, ich laufe wie auf Eiern. 
Zuerst aber der Morgenimpuls mit dem Blick nach Elmau, wir bitten um gute Ergebnisse der G7 Konferenz.
Danach verabschieden wir uns von der netten Familie und tauschen unsere Adressen aus.
Links Marsha, rechts Rebecca. 

Wir bekommen einen Stein in Herzform, den Marsha gestern auf dem Weg gefunden hat. 
Dann laufen die anderen los und ich entscheide mich, mit zwei anderen den Bus nach Navarrete zu nehmen. 
Dort angekommen besuche ich den Sonntagsgottesdienst in der wunderschönen Pfarrkirche Iglesia de la Asuncion.






Wir kehren nach der Messe in der kleinen Bodega nebenan ein und warten auf die anderen. 
An diesem Tag wird hier die Erstkommunion gefeiert, festlich gewandete Menschen versammeln sich vor der Kirche.  



In der Kirche werden noch Vorbereitungen getroffen. 



Wie wir erfahren, wird sich die Fronleichnamsprozession direkt an den Festgottesdienst anschliessen. Mehrere Altäre sind dafür im Ort verteilt aufgebaut.

Die anderen machen sich wieder auf den Weg und wir drei suchen die Bushaltestelle nach Najera. Gut 2 Stunden und viele mehr oder eigentlich weniger gute Ratschläge von Einheimischen später verrät uns ein junges Mädchen, dass am Sonntag gar kein Bus nach Najera fährt. Evi hat schon über 5000 Schritte auf dem Zähler, die wir sinnlos von einer Haltestelle zur nächsten gehumpelt sind. 
Das junge Mädchen ruft uns ein Taxi, das 5 Minuten später da ist. Schnell erreichen wir damit unser Hostal in Najera. 
Wir geben kurz Bescheid, dass wir da sind und brechen in die Altstadt auf, um sie uns anzusehen. 

Mitten durch Najera fließt der Rio Najarillo.



Die Kirche Santa la Cruz ist wie so oft verschlossen. Die wichtigste Sehenswürdigkeit in Najera ist das Monasterio Santa Maria la Real.

Was soll ich sagen, es ist verschlossen und wir können es nicht besichtigen. So kehren wir noch ein, es wurde uns gesagt, um 16  Uhr wird es geöffnet, als sich dann noch immer nichts rührt, laufen wir in unser Hostal und beschließen den Tag. 


"Für deinen Weg wünsche ich dir einen günstigen Wind, 
der das Schöne zu dir hin und die Sorgen von dir wegweht."
Irmgard Erath

Seid behütet 
Eure Karin

Samstag, 6. Juni 2015

6.6.15

Die Nacht in Los Arcos war, ich möchte mal sagen, bewegt. Die Menschen in dieser Stadt kommen erst recht spät zur Piazza und halten dann aber ziemlich lang aus. In unserer Herberge hängt im Zimmer ein riesiger Ventilator, der einen Höllenlärm macht. Aber ohne ihn und mit geschlossenen Fenster ist es zu warm. Mit offenem Fenster ist es zu laut, also bin ich immer zwischen Fenster und dem Schalter für den Ventilator hin und her marschiert. Um 3.30 Uhr waren dann endlich auch die Spanier müde und ich konnte bei geöffneten Fenster wenigstens etwas schlafen.  


Unerbittlich klingelt um 6.00 Uhr der Wecker und nach dem Frühstück marschieren wir los. Mit unseren amerikanischen Mitpilgern beginnen wir an der Kathedrale unseren Pilgertag. Über weite Felder und ständigen Auf- und Abstiegen geht es den ganzen Tag.





Über Sansol erreichen wir Torres del Rio auf einer Anhöhe und machen eine kleine Pause. Wir besuchen die Iglesia del Santo Sepulcro aus dem 12. Jh. sie wird dem Templerorden zugeschrieben und hat einen achteckigen Grundriss. Sie ist geöffnet und man erbittet € 1,-- für den Erhalt, die ich gerne entrichte. 
Der Weg geht weiter, auf und ab, so extrem haben wir es selten erlebt. Insgesamt sieht der Weg auf dem Plan brettleben aus, in echt ist er ganz schön hügelig und damit sehr anstrengend. Heute geht ein leichter Wind, so dass die Sonne erträglich bleibt. 
Überall am Weg finden sich diese kleinen,  von Pilgern aufgerichteten Steinmännchen. 


Wenige Dörfer liegen heute auf unserem Weg. Von weitem schon sehen wir Viana, der Weg dorthin zieht sich aber wie Kaugummi. 
In der wieder einmal verschlossenen Kathedrale befindet sich das Grab von Cesare Borgia. 














 Das hätte ich gerne gesehen, so bleibt mir wie so oft  nur der Blick von aussen. 

 Schade, dass fast alle Kirchen verschlossen sind, irgendwie seltsam auf einem Weg mit sovielen Pilgern. 
Nach der Mittagspause auf der  Piazza verlassen wir Viana. Seit Juni 2014 ist Kronprinzessin Leonor von Spanien die Fürstin von Viana, respektabel für ihre 9 Jahre, die sie grademal alt ist.

Wir verlassen Navarra und erreichen das Weinanbaugebiet La Rioja und ihre Hauptstadt Logrono. Mittlerweile ist es richtig heiss geworden und ich bin froh, als ich in meinem Zimmer die schweren Stiefel ausziehen kann.

"Beim ersten Licht der Sonne heute - sei gesegnet. 
Wenn der lange Tag gegangen ist -sei gesegnet. 
In deinem Lächeln und in deinen Tränen -sei gesegnet. 
An jedem Tag deines Lebens - sei gesegnet. "

Seid behütet
Eure Karin

Freitag, 5. Juni 2015

5.6.15

Der Tag Ruhe war gut und ich bin bereit, heute morgen gut verpflastert den Weg nach Los Arcos anzutreten.
Punkt acht Uhr verlassen wir das Hotel mit Pastor Aaron und seinen zwei Töchtern. Seine Frau Judith muss heute pausieren. Wir laufen zur alten Königsburg, wo wir den Tag gemeinsam begrüssen. 

Er spricht für uns alle ein Gebet und gemeinsam singen wir Dona nobis pacem. 
Los gehts bei schon beachtlichen Temperaturen hinaus in Richtung Irache,wo ein besonderer Brunnen, der Wasser und Wein für die Pilger bereithält, auf uns wartet.

Mein Mitpilger Reinhard steht nur exemplarisch, wir haben alle den Rotwein probiert und er schmeckte, leider war es nur viel zu früh am Tag :) 


Weiter gehts bergauf und auch die Temperatur steigt stetig, es werden heute 34 Grad werden. 



Wir erreichen Azqueta, wo wir in einer kleinen Bar eine Pause machen. Ein kurzer Aufstieg trennt uns noch von Villamayor de Monjardin, dem Garten am Berg. 




In der schönen Iglesia de San Andres singen wir "Segne du Maria" und sprechen ein Ave Maria. Die schlichte Schönheit dieser Kirche rührt mich unwahrscheinlich an, einigen anderen ergeht es ebenso. Eine kurze Pause, dann nehmen wir den restlichen Weg, gute 12 km Staubpiste, in Angriff. 


Ein kleiner Bauwagen, davor zwei Pavillons mit Tisch und Stühlen, erscheint uns in der sengenden Sonne wie eine Fata Morgana. Ein freundlicher Spanier verkauft Getränke, Obst, Blasenpflaster und noch allerlei andere Dinge. Wir stärken uns und kommen 6 km später in Los Arcos an.
Ein Cafe con Letche auf der Plaza muss sein, anschließend besuchen wir die Iglesia de Santa Maria, die nur zufällig offen ist, weil zwei ältere Damen am Putzen sind. Schade, fast alle Kirchen am Weg, mit nur sehr wenigen Ausnahmen sind verschlossen. 
Die Kirche und der Kreuzgang sind beeindruckend.









Wir halten unseren Abendimpuls,  bevor wir recht unsanft aus der Kirche bugsiert werden, da die beiden Damen anscheinend ihr Werk vollendet haben. 
Nun suchen wir noch unser Hotel und  dann lassen wir diesen Tag auf der Plaza ausklingen.

"Ich wünsche dir, dass dein Weg kurvig sein soll, aber niemals verschlungen.
Erhaben sollen deine Ziele sein, aber niemals überheblich.
Lang sei dein Leben - aber niemals langweilig!"

Seid behütet 
Eure Karin