Sonntag, 24. April 2016

24.04.2016

Der neue Tag begrüßt uns mit viel Sonnenschein. Als ich jedoch nach draußen gehe, um zu testen, wie warm es ist, kehre ich doch ganz schnell um, um mir noch eine Jacke zu holen. Es ist nämlich ziemlich frisch, ich würde fast sagen, es ist kalt.


Wir verlassen unser Hotel St. Martin, in dem wir uns sehr wohl gefühlt haben. Unser Weg führt uns heute nach Carrion de los Condos. Der Weg ist nicht allzu lang, am Ende des Tages werden es nur etwas über 22 km sein, die wir zurückgelegt haben. 





Wir laufen jetzt durch die spanische Meseta. Wohl durch die vielen Regenfälle der letzten Wochen ist die Meseta grün und frisch. So haben wir uns die spanische Wüste nicht vorgestellt.

Ein großer Teil des historischen Jakobsweges liegt heute unter dem  Asphalt. In den letzten Jahren hat man für Pilger eine Art Laufweg angelegt. Dieser führt direkt an einer stark frequentierten Straße entlang schnurgerade bis nach Carrion. Wie es sich denken lässt, ist dieser Weg arm an Sehenswürdigkeiten und sehr langweilig zu laufen.

Deshalb entscheiden wir uns für eine Alternative. Diese ist zwar etwas länger, hat dafür aber viele Sehenswürdigkeiten zu bieten.





An diese wunderschönen Brücke teilt sich also der Weg. Auch dieser Fluss führt Hochwasser, eine braune, unansehnliche Brühe.

In Villovieco würden wir gerne unseren obligatorischen Cafe con letche trinken. Leider finden wir heute am Sonntag kein geöffnetes Café. Dafür begrüßt uns am Ortsanfang bereits ein Pilger aus Metall. 



Wir bleiben auf dem alternativen Weg und folgen einer kleinen Straße und überqueren den Rio Ucieza. Ein schöner grasbewachsener schmaler Pfad führt uns an dessen Ufer entlang. Auch hier steht alles unter Wasser. Das nächste Dorf lassen wir links liegen und laufen den Uferweg weiter nach Villacazar de Sirga. In allen Reiseführern, die wir besitzen, wird uns die Templerkirche  ganz besonders ans Herz gelegt.  Zuerst aber kehren wir in ein kleines Restaurant am Rande der Stadt ein. Der junge Wirt zeigt uns voll Stolz sein historisches Taubenhaus.





Nach dieser Rast machen wir uns auf zur Templerkirche. Dort findet gerade der Sonntagsgottesdienst statt. Wir warten noch 10 Minuten, bis der Gottesdienst zu Ende ist und besuchen dann die schöne Kirche. Sie heißt Santa Maria la Blanca.









Der Bau der wirklich imposanten Kirche wurde im zwölften Jahrhundert begonnen und ein Jahrhundert später fertig gestellt. Eine große Rosette bringt viel Licht in den Kirchenraum. Die Kirche war sowohl Kathedrale als auch Festung, sogar ein Brunnen im Inneren ist vorhanden. Mit dessen Hilfe konnte man auch Belagerungen stand halten. 

Ebenso finden sich viele Grabmäler von Adeligen aus der Gegend. Einer davon, Don Felipe war Priester, studierte in Paris mit Thomas von Aquin und wurde Erzbischof von Sevilla. Doch als 1258 sein Bruder Alfons sein Verlöbnis mit Christine von Norwegen löste, zeigte er sich ritterlich, legte seine kirchlichen Ämter nieder und heiratete sie. Doch diese Ehe stand unter keinem guten Stern. Sie starb später, so wird erzählt, an Schwermut. Elf Jahre später heiratete Don Felipe Dona Leonor de Castro. In dieser Kirche liegen nun Don Felipe und Dona Leonor gemeinsam begraben. 

Weil wir heute nicht so viele Kilometer zu bewältigen haben, lassen wir uns für die Besichtigung der Kirche viel Zeit. Wir versäumen nicht, zum Abschluss noch ein Marienlied zu singen. Dann gehen wir wieder hinaus in die Sonne setzen unseren Weg fort.



Wirklich viele Darstellungen des heiligen Jakobus begegnen uns in diesen Tagen. Zum Beispiel dieser Jakobus, der dazu einlädt, sich zu ihm zu setzen.

Der alternative Weg ist nun zu Ende. So wenden wir uns dem Pilgerlaufband  entlang der viel befahrenen Straße zu. Es ist kein schönes Laufen, die Autos sausen vorbei und es ist sehr laut. Aber wir unterhalten uns und so geht auch dieser Weg einmal zu Ende. Wir erreichen Carrion de los Condos,  unser heutiges Ziel.



Wir übernachten heute im Monasterio, einem großen Kloster am Ende der Stadt. Wir laufen durch die Stadt und entdecken wieder unseren Pilgerpatron Jakobus.



.. Einmal mit Reinhard ....



... Und einmal ohne.

Das Kloster Santa Clara aus dem 13. Jahrhundert steht am Anfang der Stadt. Ein Stück mittelalterliche Stadt Mauer sehen wir auch. Wir ziehen zur Kirche Santa Maria, die leider verschlossen ist. 






In ihrem Vorbau halten wir unseren Abendimpuls.  Wir hätten gerne in die Kirche geschaut, denn wir haben gelesen, dass in ihr genau so ein Y-förmiges Kreuz steht, wie wir es im letzten Jahr schon in Puente la Reina gesehen haben. Es geht weiter durch die Stadt bis zur Jakobskirche aus dem Jahr 1160. Auch hier sehen wir ein reichverziertes Portal.





Auf dem Fries oberhalb des Portals ist die Legende vom Stier und den 100 Jungfrauen dargestellt. Von den 100 Jungfrauen aus Kastilien, die laut Vertrag dem Kalifen von Cordoba ausgeliefert werden mussten, musste Carrion vier beisteuern. Als die Abgesandten des Kalifen 826 vor den Toren der Stadt die Mädchen erwarteten,  beteten diese zur heiligen Maria um ihre Rettung. Diese erschien tatsächlich, unsichtbar für die Ungläubigen, sichtbar für die Mädchen - und für vier Stiere, die gerade vor den Toren der Stadt grasten. Die Stiere stürzten sich wütend auf die Abgesandten des Kalifen und vertrieben sie. Seither musste nie wieder ein Mädchen geopfert werden.

Leider war auch diese Kirche verschlossen, so machten wir uns auf dem direkten Weg zum Monasterio. 









Dieses Haus entpuppt sich als wahres Juwel. Wir bekommen schöne Zimmer, machen uns frisch und brechen dann  auf, das Kloster, seinen Kreuzgang und die Kirche zu entdecken.















Am Ende des Kreuzganges gibt es einen kleinen Laden. Vor diesem Laden hängt wieder einmal eine Karte des Jakobsweges, auf der wir unseren Weg gut verfolgen können.  Wir sind schon ziemlich weit gekommen. Ein Abendessen in geselliger Runde schließt diesen schönen Tag ab.




Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst:
Niemand ist da, der mir hilft in meiner Not.
Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst:
Niemand ist da, der mich erfüllt mit seinem Trost.
Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst:
Niemand ist da, der mich hält an seiner Hand.
Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst:
Niemand ist da, der mich leitet und begleitet
auf allen meinen Wegen – Tag und Nacht.
Sei gut behütet und beschützt.
(Uwe Seidel)

Seid behütet
Eure Karin




Samstag, 23. April 2016

23.04.2016


Nach einer ruhigen Nacht und einem guten Frühstück machen wir uns in Castrojeriz auf den Weg. Das Wetter ist gut, es wurde zwar Regen gemeldet, der sich auch dann immer wieder im Laufe des Tages einstellt, aber an diesem Morgen begrüßt uns die Sonne.



An der Kirche San Juan versammeln wir uns und sprechen unser Morgengebet, dann geht es los über den Tafelberg, dem ersten Anstieg an diesem Tag. 





Doch wie immer gehen wir Schritt für Schritt und irgendwann ist dann auch dieser Anstieg geschafft. 




Oben gönnen  wir uns zuerst eine kleine Rast, bevor wir uns an den gar nicht so kleinen Abstieg machen,  geteert und somit auch nicht schön zu laufen, aber was soll's, das gehört halt auch dazu. 




An der Kirche San Nicolas, einem Hospiz aus dem elften Jahrhundert, die jedoch wie alle Kirchen, die wir heute gesehen haben, leider verschlossen ist, sammeln wir uns wieder. 
Wie immer gibt es schnelle und etwas langsamere Pilger in unserer Gruppe, aber das ist kein Problem, denn mittlerweile haben wir uns gut aufeinander eingestellt. Nach der Kirche San Nicolas betreten wir die Provinz Palencia. 


Über all auf dem Weg finden wir nun Hinweisschilder. Der Camino ist hier wirklich gut ausgeschildert. Im nächsten Ort gönnen wir uns den ersten Cafe con letche in diesem
Jahr. Man soll es nicht glauben, wie sehr man sich über eine Tasse Kaffee freuen kann. 😄







Auch in diesem Ort gibt es eine Kirche San Nicolas. Dort halten wir noch kurz inne und sprechen ein Gebet. Wir singen unser Dona Nobis und rühren dabei einen Mann, der zufällig dabei steht, zu Tränen, er freut sich sichtlich darüber, dass wir für ihn und für uns gesungen haben.

Bei Regen geht es weiter,  der Weg ist aufgelöst,  der Schlamm ist tief. Ich überlege wirklich jeden Schritt, den ich tue, um das Knie nicht noch irgendwie zu verdrehen.

Es muss hier in dieser Gegend in der letzten Zeit ziemlich viel geregnet haben, es steht wirklich alles unter Wasser.


Gott sei Dank gibt es immer wieder schöne und alte Brücken, die uns über das Wasser führen.



In Boadillo del Camino nehmen wir uns Zeit für eine Mittagspause. Überall  gibt es kleine Cafés und Herbergen, wo man einen Cafe bekommt und einen kleinen Imbiss essen kann. Dreieinhalb Stunden haben wir nur noch zu laufen, es regnet, aber die Stimmung ist trotzdem sehr gut. Der Weg führt uns an einem schönen Fluss entlang und wir erreichen unser Tagesziel Fromista. 27,3 km haben wir heute geschafft. Wir sind froh und dankbar. 

Eigentlich hatten wir geplant, in oder an der Kirche San Martin unseren Abendimpuls  zu halten. Da aber, wer hätte es gedacht, die Kirche verschlossen ist und es doch ziemlich regnet, beziehen wir zuerst unser Hotel. Die freundliche Frau an der Rezeption erklärt uns, das die Kirche erst um 17:30 Uhr geöffnet wird. Es ist alles etwas später hier in Spanien. So gehen wir alle zum frisch machen auf unser Zimmer und verabreden uns für 18:30 Uhr in der Kirche. Dann lassen wir den Tag beim Abendessen ausklingen. 








Für alle, die es interessiert: mein Knie und ich sind heute beste Freunde 😀👍. Ich hoffe, das bleibt so.


Die Kirche St. Martin entpuppt sich als eine wunderschöne romanische Kirche aus dem Jahr 1066, von Munia Mayor, der Witwe von König Sancho III von Navarra gestiftet. Wir beten unser Abendgebet und schließen es mit unserem Lied "Leise singt der Abend nieder" ab. Eine andere Gruppe, die auch in der Kirche ist, klatscht, ich kann es nicht anders sagen, stürmischen Beifall. Wir singen das Lied zweistimmig und es hört sich wirklich schön an. Sie bitten uns, noch ein Lied zu singen. Wir entscheiden uns spontan für unser Dona nobis. Die andere Gruppe singt begeistert mit. Es stellt sich heraus, dass es sich um einen Kirchenchor aus Leon in Spanien handelt. Noch eine Zugabe wird gewünscht. Wir lassen uns nicht lange bitten und  singen "Segne du Maria". Auch das Lied gefällt ihnen augenscheinlich. Wir bitten Sie, auch für uns ein Lied zu singen. Gottseidank haben wir unsere Elisabeth, die sehr gut spanisch spricht und für uns übersetzt. Nach einiger Diskussion (Sie sind eigentlich ein großer Chor und in so kleiner Besetzung (sie waren zu acht) singen sie normalerweise nicht) stimmen sie ein spanisches Marienlied an. Es klingt einfach wunderschön und wir sind alle sehr gerührt. Wir bedanken uns mit Händen und Füßen und verabschieden uns. Ein schöner Tag geht zu Ende.



Auch ein Jakobus darf natürlich in dieser Kirche nicht fehlen.




Vor dieser sehr kleinen Marienstatue mit dem Jesuskind kann man Kerzen entzünden. Natürlich entzünde ich sie für Florian, für Oma Frieda, für Marga und für alle, die mir so sehr am Herzen liegen.




Ich wünsche dir nicht
ein Leben ohne Entbehrungen,
ein Leben ohne Schmerz,
ein Leben ohne Störung.
Was solltest du tun mit einem solchen Leben?
Ich wünsche dir aber,
dass du bewahrt sein mögest an Leib und Seele.
Dass dich einer trägt und schützt.
Und dich durch alles, was dir geschieht,
deinem Ziel entgegenführt.
(Jörg Zink)


Seid behütet
Eure Karin

Freitag, 22. April 2016

22.04.2016 - Es geht wieder los!

Punkt 4.00 Uhr starten wir zum vorletzten Mal an der Schule in unserem Langensendelbach, um nach München zu fahren, um von dort aus Richtung Spanien, diesmal heisst unser Zielflughafen Madrid, zu fliegen. 

Gestern abend feierten wir gemeinsam Gottesdienst und baten Gott um ein gutes Gelingen unserer Tour. Pfr. Roy erteilte uns den Pilgersegen und stellte uns unter den Segen Gottes.

So gestärkt ging es also los und wir erreichen München nach einer relativ ruhigen Fahrt zur rechten Zeit. 





Schnell checken wir ein, wieder einmal dankbar für die gute Organisation des Pilgerbüros. 



Dann besteigen wir eine sehr grosse Maschine, die auch ordentlich startet und zum Rollfeld fährt. Es dauert ziemlich lange und wir stehen, bis sich der Captain meldet und uns informiert, dass der Bordcomputer ausgefallen ist. Also wieder zurück zum Gate und ein Techniker bekommt den Streikposten in den Griff. So geht es dann halt mit 1 1/2 Stunden Verspätung Richtung Spanien los. 

Der Flug ist ruhig und so sind wir nun wieder in Spanien. Schnell ist dieses Jahr vergangen, unglaublich, wie präsent mir die Tour des letzten Jahres mit ihrem vielen Erlebnissen und schönen Begegnungen, vor allem mit der wunderbaren Familie Fulp-Eickstädt, noch ist. 

Verspätet in Madrid angekommen, nimmt uns unser Stadtführer in Empfang und wir beginnen sofort mit unserer Stadtrundfahrt. 




Die erste Stierkampfarena der Welt, Vorbild für viele andere Arenen, ein Nationalsport, wo lt. unserem Führer sich jeden Sonntag die Massen treffen. 

Weiter gehts zuerst per Bus, dann steigen wir aus und laufen durch die sehenswerte Altstadt mit dem Palast und dem Dom.





König Felipe wohnt zwar nicht in dem Palast, aber wie die Fahne zeigt, ist er wohl heute da.



Der nagelneue Dom von Madrid. 



Alle Wege in Spanien bemessen sich von diesem Ort aus. 

Wieder zurück im Bus statten wir dem Station von Real Madrid noch einen Besuch ab, bevor wir uns von unserem Stadtführer Manuel, der ein großes Wissen über Stadt und Geschichte hat und dies sehr lebendig weitergibt und von der spanischen Hauptstadt verabschieden. 



242 km trennen uns nun von unserem Startort Castrojeriz bei Burgos, wo wir morgen früh wieder in unseren Weg einsteigen. 

Das Wetter ist traumhaft und auf der Fahrt tauchen wir tief ein in die schöne 
Landschaft. Es scheint viel geregnet zu haben, überall gibt es grosse Überschwemmungen. 



In Castrojeriz angekommen, begrüsst uns als Erstes eine große Jakobusstatue. Wir beziehen unsere Herberge und lassen diesen langen und anstrengenden Tag beim Essen ausklingen. 






Beim Spaziergang am Abend überrascht uns noch ein wunderschöner Regenbogen. 



Engel des Übergangs

Lieber Gott, sage dem Engel an der Pforte des Alten,
er möge mich gehen lassen
und mich ermutigen, auch wenn ich zögere.
Und sage dem Engel an der Pforte des Neuen,
er möge mich erwarten
und nicht weggehen,
auch wenn ich etwas länger brauche.
Und, lieber Gott,
sage dem Engel des Überganges,
er möge mich segnen, wenn ich losgehe,
er möge mich halten, wenn ich stehen bleibe,
er möge mich trösten, wenn ich stolpere,
und mich begrüßen, wenn ich ankomme.
Dass ich lache, wenn ich da bin. Amen.
(Thies Gundlach)

Seid behütet
Eure Karin

Dienstag, 1. März 2016

Vorbereitungen

01. März 2016

Mit Riesenschritten, so habe ich das Gefühl, rückt der 22. April und somit unser diesjähriger Starttag näher. War es gerade erst Weihnachten und Silvester, steht heute schon der, wenigstens meteorologische Frühlingsanfang bereit.

Ich sehe aus dem Fenster und es ist alles weiß überzuckert, es schneit ganz leicht, eigentlich richtig schön, aber doch wünsche ich mir den Frühlingsanfang doch etwas bunter. Aber so wie es ist, so ist es und so genieße ich diesen bitterkalten Tag mit seinen gezuckerten Straßen und Häusern.

Zuhause am Schreibtisch liegen meine drei Vorbereitungsbücher, die ich zur Zeit immer wieder einmal zu Hand nehme und mir unsere diesjährige Route ansehe. Dazu noch "mein" Hape Kerkeling mit seinem "Ich bin dann mal weg" und seit neuestem das Buch seiner Weggefährtin Anne Butterfield "Ich bin da nochmal hin".

Das Schöne daran: die erste Etappe, die die beiden beschreiben, kann ich gut nachvollziehen, da ich sie im letzten Jahr gegangen bin. Da erkenne ich vieles wieder und auch mein Pilgerbuch, das ich aus den Posts des letzten Jahres erstellt habe, trägt zu wunderbaren Erinnerungen bei.


meine Wegplanungsbücher

Naja, nicht alle Erinnerungen sind wunderbar. Das mit den Blasen an meinen Füßen gehört zu den weniger schönen Dingen. Deshalb habe ich mir jetzt neue Trekkingschuhe gekauft und stapfe fröhlich den ganzen Tag, wenn ich daheim bin, in ihnen durchs Haus und durchs winterliche Langensendelbach. Ich laufe sie mir gut ein, denn so etwas wie im letzten Jahr möchte ich nicht noch einmal erleben. Obwohl ich ja da meine geliebten Schuhe getragen habe, die mich in den letzten  Jahren so treulich begleitet haben. Keine Ahnung, warum das im letzten Jahr nicht auch so war. Auf alle Fälle sind sie jetzt im Ruhestand und das Nachfolgerpaar steht in den Startlöchern bzw. steckt (auch jetzt beim Schreiben) an meinen Füßen. 

Diesmal steht ja nicht gleich am Anfang so ein Hammertag wie der Weg von St. Jean-Pied-de-Port nach Roncesvalles, das war schon wirklich heftig, aber auch die Tour in diesem Jahr hat es in sich. 

Wenn ich darüber nachdenke .... eigentlich ein Wunder, ein Geschenk, dass wir nun wieder unterwegs sein werden. Insgesamt hat der Weg 2800 km, das war am Anfang fast undenkbar, das wir das wirklich schaffen werden. Und doch hat uns der Weg Jahr für Jahr näher an unser Ziel Santiago gebracht und so Gott will werden wir tatsächlich 2017, also schon nächstes Jahr, ankommen. Was für ein Geschenk. 

 
kurz vor Los Arcos 04. Juni 2015

Ich mag die Lieder von Klaus Hoffmann gern und eines davon besonders: "Mein Weg ist mein Weg" Er singt da u.a. 

"Mein Weg ist mein Weg und kein Schritt führt mich jemals mehr zurück, 
mein Weg ist mein Weg, 
mit Schatten und mit Tränen, 
mit Lachen und mit Glück
mein Weg ist mein ureigner Weg
und wie von selbst wird alles um dich leicht
die Härte verschwindet und dein Herz wird weich
Gesichter, die dich anschaun
die dich wie einen Gast nach Hause holen
Und wie von selbst wird dir warm
und ruhig bist du, liegst in deinem Arm
die Mauer ist zerbrochen, die Mauer ist entzwei
und wo sonst nur die Angst war, 
ist das Kind auf einmal vogelfrei."


Ja, so ist es wohl! 

Seid behütet
Eure Karin